Lyrik

 

Schöpfungsgedanke

Es begann mit einem unglaublichen Knall,
aus dem Nichts entstand das unendliche All.
Als Gedanke mit allem Inhalt gedacht.
entfaltete dieser bald all seine Macht.
Erschuf jede erdenkliche Form, kein Atom ging verloren,
und irgendwann war auch unsere Erde geboren.

Sie ist durchdrungen von der Schwingung des Alls,
alle Materie ist Resonanz des Halls.
So entstanden die seltsamsten Wesen auf diesem Planeten,
für uns sichtbar und unsichtbar sind hier alle vertreten.
Ihre Lebensräume wirkten ineinander,
gedacht war hier ein Miteinander.

Der Mensch, die Tiere, Pflanzen, Engel und Feen
sollten Hand in Hand durchs Leben gehen.
Stattdessen setzte sich der Mensch die Krone auf
und voll Hochmut nahm er die Trennung in Kauf.
In seiner Verwirrung machte er sich die Erde untertan
ohne Rücksicht, und nun läuft nichts mehr nach Plan.

Die Wesen der Hölle steigen empor,
selbsterschaffene Schatten treten hervor.
Der Teufel zeigt seine Fratze in vielen Gestalten,
vergiftet das Leben, es ist kaum auszuhalten.
Der Wahnsinn hat sich selbständig gemacht,
so hatten die Menschen das nicht gedacht.

Nun begeben sie sich wieder auf die Suche nach Einheit
mit der Natur, ihren Geistern, sich selbst, der Ganzheit.
Verbunden wollen sie sein mit höherem Wissen,
sie bitten um Hilfe, wie sie Hilfe doch missen.
Sie wissen, dass ein langer Weg vor ihnen liegt,
da es viel wieder gutzumachen gibt.

Es gilt den Unverstand zu entwirren,
Klarheit statt Trübsal zu erzielen,
ins Reich der Geister zu treten - um geistreich zu werden,
sich mit dem Himmel verbinden und gleichzeitig erden.
Sich vor der Schöpfung in Demut verneigen -
so könnte ein wahrer König sich zeigen.

Dann kann ein Miteinander aller Wesen wieder sein,
helfende Hände greifen in die verschiedenen Welten ein,
die Grenzen verschwinden, fühlbar wird Einheit,
erfahrbar die ursprüngliche Wahrheit und Weisheit.
Die Verbindung aller, egal welchen Ranges,
das ist das Zeichen des Überganges.

Vater Himmel als König, Mutter Erde Königin,
und ihr Kind, der Mensch, als Prinz und Prinzessin.
Von ihren Eltern haben sie noch viel zu lernen,
auch von den Wesen von fremden Sternen,
um zu verstehen der ganzen Schöpfung Schein
und wahre Herrscher der Welt zu sein.

Ine Vielnascher

Ahnung

Die Idee einer Ahnung liegt in der Luft,
ich horche auf, was mich da ruft.
Die Sinne beginnen zu vibrieren,
ein Hauch der Schöpfung ist zu spüren.

Was will werden, was will entstehen?
Ich kann die Bilder noch nicht sehen.
In Unruhe steigere ich mich hinein,
ein Schrei nach Ausdruck mein ganzes Sein.

Die Absicht kann ich noch nicht erkennen,
noch weniger sie beim Namen nennen.
Sie ist unfassbar groß und unendlich weit,
ich erahne Funken der Göttlichkeit.

Es übersteigt meine ganze Vorstellungskraft,
ich erschaudere ob der himmlischen Macht.
Wie soll ich jemals dies himmlische Klingen
auf die begrenzte irdische Ebene bringen?

Wie kann die Vielfalt der Dimensionen,
die dieser Schöpfung innewohnen,
wie das Wunder, die Schönheit allein auf Erden,
mit ein paar Farben dargestellt werden?

Zu glauben, ich kann es, wäre vermessen,
doch vom Probieren bin ich besessen.
Ich will die Schwingung der Unendlichkeit spüren,
lass mich von diesen Kräften führen.

Ich verneige mich und fühle mich klein,
meine Bilder können nur Versuche sein,
ein paar Funken der Ahnung einzufangen,
um sie auf eine Leinwand zu bannen.

Ine Vielnascher

Erziehung

Sein Licht unter den Scheffel stellen,
ein ziemlich alter Spruch,
will man sich aber selbst erhellen,
die Menschen sehn's als Fluch.

Hochmut wird es dann genannt,
sagt man, man sei belesen,
schon gibt's was drauf, es ist bekannt,
das war's auch schon gewesen.

Bleib klein, sei still und halt den Mund,
willst du vielleicht uns blenden?
Wir sehen dich als jungen Spund,
wollen Größenwahn abwenden..

Das kannst du nicht, ach lass es sein,
man muss nicht alles können.
Berühmt sein willst du? Ach mein Kind,
vergiss das ganz geschwind.

So wird des Kindes Übermut
und Lebensfreude abgedreht,
stattdessen sammelt sich nur Wut,
die in jede Richtung geht.

Gebremst in seiner Energie
verlangsamt sich sein Leben,
statt Energie bald Lethargie
wird's nun für ihn bald geben.

Dann hat er selbst an seiner Hand
ein Kind, das fröhlich lacht,
das Kind hat einen schweren Stand,
weil's lauter Unfug macht.

Der Vater meint es wirklich gut:
"Sei vorsichtig, sei still",
und nimmt somit dem Kind den Mut,
zu gehen, wohin es will.

Die Träume, die die Jugend träumt,
großartig zu sein, verwegen,
die sind sehr schnell ausgeträumt,
die Großen sind dagegen.

Hineingepfercht und angepasst
ins graue Durchschnittsleben,
hast du dein Leben bald verpasst -
du darfst dich nicht ergeben!

Kämpfe schon als kleiner Mann
gegen die VErziehung an!
Es kann für dich nichts Schöneres geben
als ein buntes, freies Leben!

Ine Vielnascher